Inhaltsverzeichnis

1. Wirtschaftlichkeit und Abrechnungskomplexität in der Schweizer Speditionsbranche

Die Fakturierung von Transport- und Speditionsleistungen in der Schweiz verlangt höchste Rechengenauigkeit und flexible Tarifstrukturen. Ein einzelner Frachtauftrag setzt sich aus zahlreichen variablen Komponenten zusammen: Grundfracht nach Gewicht oder Lademetern (LDM), Entfernungszonen, LSVA-Kilometeranteil, dynamischer Treibstoffzuschlag (Diesel-Floater), Mautgebühren sowie Zusatzaufwände wie Hebebühnenablad, Wartezeiten oder Gefahrgutzuschläge (SDR/ADR).

Manuelle Berechnungen führen zu verzögerter Rechnungsstellung, Fehlkalkulationen bei Treibstoffpreisänderungen und Liquiditätsverlusten. Eine automatisierte Tarif-Engine ermittelt Frachtpreise sekundenschnell, erstellt Schweizer QR-Sammelrechnungen und sichert die Einhaltung des Schweizerischen Obligationenrechts (OR, SR 220) ab.

MWST-Praxis bei Inlandstransporten vs. grenzüberschreitenden Frachten

Reine Inlandstransporte auf Schweizer Staatsgebiet unterliegen dem Normalsatz von 8.1 % MWST. Grenzüberschreitende Frachtaufträge (Export- und Importtransporte) sind gemäss Art. 23 Abs. 2 Ziff. 5 MWSTG von der Schweizer Mehrwertsteuer befreit, sofern der Frachtführer über die entsprechenden Ausfuhrzollbelege des BAZG verfügt.

2. Rechtlicher Rahmen: Frachtvertrag nach Art. 440 ff. OR und ASTAG-Konditionen

Die Frachtabrechnung basiert auf den Bestimmungen des Schweizer Transportrechts:

  • Frachtvertrag (Art. 440 bis 457 OR): Der Frachtführer hat Anspruch auf den vereinbarten Frachtlohn nach Auslieferung der Güter. Fälligkeit, Standgelder und Zurückbehaltungsrechte (Retentionsrecht nach Art. 451 OR) müssen vertraglich unmissverständlich geregelt sein.
  • Allgemeine Bedingungen der ASTAG: Vereinbarung der standardisierten Branchen-Haftungslimiten des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbands ASTAG zur Begrenzung von Transportschadensansprüchen.
  • Rechtssichere Nachforderungsfristen: Automatische Überwachung von Verjährungsfristen (ein Jahr für Frachtforderungen gemäss Art. 454 OR).

3. Tarifsysteme: ASTAG-GU-Tarif, Zonenmatrizen, Lademeter- und Volumengewichte

Die Tarifdatenbank bildet alle marktgängigen Preismodelle flexibel ab:

  • ASTAG-GU-Tarifstruktur: Hinterlegung der offiziellen Stückgut- und Komplettladungstarife nach Postleitzahlen-Zonen (Schweizer PLZ-Matrix) und Gewichtsstufen.
  • Volumen- & Lademeter-Umrechnung: Automatischer Vergleich zwischen tatsächlichem Frachtgewicht und Volumengewicht (1 m3 = 333 kg) bzw. Lademeter-Ansatz (1 LDM = 1'850 kg); Verrechnung erfolgt immer nach dem höheren Frachtgewicht (Frachtpflichtiges Gewicht).
  • Individuelle Kundenkontrakte: Zuordnung kundenspezifischer Rabattstaffeln, Fixpauschalen pro Relation oder Netto-Sondertarife pro Werkvertrag.

4. Dynamische Zuschläge: Diesel-Floater, LSVA-Ausweis und Nebengebühren

Variable Kostentreiber werden tagesaktuell eingerechnet:

  • ASTAG-Dieselfloater: Automatische Indexierung des Treibstoffzuschlags (z. B. +4.5 % bei Dieselpreisen zwischen CHF 1.95 und 2.05) mit monatlicher Anpassung und transparentem Rechnungsausweis.
  • LSVA-Positionsausweis: Gesetzeskonforme Ausweisung des LSVA-Zuschlags auf Basis des ASTAG-Empfehlungssatzes oder als kilometergenaue Ist-Kosten-Position.
  • Automatisierte Nebengebühren: Verrechnung von Zuschlägen für Ablad mit Hebebühne, Bergbahnen/Alpentransporte, Avisierungsgebühren, Wartezeiten ab 30 Minuten und Rückführung von Europaletten (Palettentausch-Konto).

5. Systemvergleich: Manuelle Excel-Frachtfakturierung vs. ACCSoft Abrechnungs-Engine

Abrechnungskriterium Manuelle Frachtberechnung & Excel ACCSoft Speditions- & Tarif-Engine
Tariffindung Mühsames Nachschlagen in ASTAG-Tabellenbüchern Automatische Bestimmung des Bestpreises in Millisekunden
Dieselpreis-Anpassung Veraltete Floater-Sätze, Margenverlust bei Preisanstieg Automatischer Monats-Sync mit dem offiziellen ASTAG-Index
Frachtpflichtiges Gewicht Häufige Fehlberechnungen bei leichten Volumengütern Automatischer LDM-, Kubikmeter- und Gewichtsabgleich
Sammelrechnungslauf Tage-langer Fakturierungsaufwand am Monatsende 1-Klick-Sammelrechnungslauf mit Schweizer QR-Rechnung
Zahlungsabgleich Manuelle Zuordnung von Kontoauszügen im E-Banking Vollautomatischer CAMT.054-Import mit Live-OP-Ausbuchung

6. Gesetzliche Grundlagen und Fachreferenzen